Irgendwie hing etwas schief und das schon lange. Ich war nicht mehr zufrieden mit mir und vor allem: Mein ganzes Selbstvertrauen war weg. Selbst einfachste Übungen, wie zum Beispiel auf eine Kiste springen oder einen etwas steileren Abhang runterlaufen, fielen mir schwer. Ich habe nicht mehr auf meinen Körper vertraut und hatte plötzlich vor so vielen Dingen Angst. Vor Höhe, vor Geschwindigkeit, vor Stürzen und auch vorm Versagen.

Notbremse dank Gesichtsbremse

Geholfen hat mir das Wakeboarden – und zwar weil ich es am Anfang so überhaupt nicht konnte. Gefühlte 100 mal bin ich beim Start mit dem Gesicht aufs Wasser geknallt anstatt elegant los zu gleiten. Und so eine Gesichtsbremse ist ganz schön schmerzhaft. Aber ich habe nicht aufgegeben. Trotz Angst vor der Geschwindigkeit beim Start. Trotz Angst vor dem Aufschlag aufs Wasser. Trotz Angst vor dem trüben See und den unbekannten Pflanzen und Tieren unter seiner Oberfläche. Ich weiß gar nicht, warum, aber ich wollte Wakeboarden unbedingt lernen. Also habe ich mich durchgebissen. Es wieder und wieder versucht, bis ich endlich geschafft habe, auf dem Board stehen zu bleiben. Runden zu fahren. Und am Ende sogar über die kleine Rampe im Wasser zu springen. Dadurch keimte langsam in mir neues Selbstvertrauen auf und konnte die in meiner Negativspirale die Notbremse ziehen. Statt Selbstzweifeln hatte ich endlich wieder Motivation: Fast schon eine kleine Sucht danach, mich zu überwinden, Neues auszuprobieren und mich selbst wieder ganz neu kennen zu lernen.

Von 52weeks52sports zur Kilometerkaotin

Also hatte ich 2017 ein Ziel: Jede Woche eine andere Sportart machen. Neues ausprobieren. Menschen treffen. Meine grenzen testen und überschreiten. Und andere Menschen mitreißen – deswegen habe ich auch gebloggt über 52weeks52sports. Am Ende des Projekts ist etwas merkwürdiges passiert: Ich habe mich ins Laufen verliebt. Und das, obwohl ich Ausdauersport immer blöd fand. Aber irgendwie hat es mich gepackt. Jetzt trainiere ich für meinen ersten Halbmarathon und meinen ersten Volks-Triathlon. Und ich bin überzeugt, dass es für jeden die richtige Sportart gibt. Man muss sie einfach nur finden.

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